Worum geht’s eigentlich?

In Timothy Ferris Die 4-Stunden Woche, erschienen im Ullstein Verlag beschreibt er sich als Neuen Reichen oder abgekürzt NR und stellt die Vorteile einer solchen Lebensweise dar. Neben der Darstellung seines eigenen Werdegangs und wie er sein Leben als NR gestaltet, stellt er noch weitere NR vor und wie sie es geschafft haben diesen Lebensstil zu erreichen und zu halten. Der Fokus wird hierbei nicht auf das Reich werden gelegt sondern die Möglichkeiten des Einzelnen sich von einem bürogebundenen Job zu befreien. 

Meinung

Das Buch ist eingeteilt in 5 Oberkapitel. Das erste Kapitel ist ganz und gar der Selbstdarstellung von Timothy Ferris gewidmet. Er beschreibt sein wundervoll beneidenswertes Leben und wie einfach es doch wäre diesen Lebensstil ebenfalls zu erreichen. Das erste Kapitel beantwortet in dem Sinne keine Fragen und bringt auch keine neuen Informationen. Es wirkt so, als sollte dieses Kapitel den Neid in den Menschen wecken um die darauf folgenden Kapitel zu lesen.

Was uns auch gleich zu dem zweiten Kapitel bringt. Der erste Teil dieses Kapitels ist hauptsächlich dafür da, um Seiten zu füllen. Es stellt keine neuen Informationen zur Verfügung und gibt der ganzen Story die Herr Ferris erzählt auch keine zusätzliche Würze. Im letzten Teil werden jedoch Techniken erläutert, die einem im Arbeitsleben auch wirklich nützlich sein könnten. So wird auf Techniken eingegangen, die einem bei der Angstbewältigung helfen, wenn man den Chef um etwas bitten will oder etwas fordern muss. Timothy Ferris bietet hier auch Beispielgesprächsprotokolle an in welchen er die einzelnen Schritte und die Wirkung die sie haben sollen, erklärt. Alles in allem hat er seine Kapitel sehr leicht verständlich geschrieben und nimmt Abstand von großen und komplexen Erklärungen. Er arbeitet viel mit Beispielen aus seinem Leben oder dem Leben eines Freundes/einer Freundin um seinen Standpunkt zu verdeutlichen.

Der Rest des Buches liest sich großteils wie eine Tirade des Autors gegen das Leben in einem 9 – 5 Job. Das Arbeiten in einem Arbeitnehmerverhältnis wird als etwas ungewünschtes dargestellt und etwas, dass man unter allen Umständen vermeiden sollte, da es einen niemals vollständig erfüllen kann. Diese Ansicht zieht sich durch den Rest des Buches, was ich sehr schade fand. Zur Ehrenrettung der 4-Stunden Woche muss man allerdings auch erwähnen, dass der Autor hin und wieder auch schreibt, dass es in seinem Buch nicht um das Reich werden geht oder das verteufeln vom Mittelstand, sondern um die Distanzierung von einem festen Arbeitsplatz hin zu einer Art Homeoffice Situation in welcher man sich den Arbeitsort, unterstützt durch das zweite Standbein, welches man aufgefordert wird sich aufzubauen, komplett frei wählen kann.

Einige seiner späteren Kapitel werden gefolgt von Listen mit nützlichen Internetseiten, sollte man sein eigenes kleines Webunternehmen aus dem Boden stampfen wollen. Der Fokus liegt hierbei darauf sich etwas aufzubauen und dann sämtliche Aufgabengebiete outzusourcen um sich nicht mehr darum kümmern zu müssen. Wer also eine Idee für ein eigenes kleines Projekt hat, könnte hier fündig werden. Rechtliche Hinweise und Tipps wirst du hier allerdings nicht finden. 

Fazit

Ich muss gestehen, dass ich etwas mehr von diesem Buch erwartet habe. Ich dachte, dass es hierbei etwas mehr darum ginge, wie man seinen Arbeitsalltag effizienter gestaltet um so seine täglichen Aufgaben schneller und effizienter zu lösen. Auch wenn das Buch nicht ganz meinen Erwartungen entsprochen hat, habe ich aber das ein oder andere daraus mitnehmen können und werde sicherlich zumindest ein paar der Kapitel noch einmal durchblättern. 

Wer einen richtig ausführlichen Ratgeber erwartet, ist bei diesem Buch an der falschen Stelle. Wer sich einfach mal einen Überblick verschaffen möchte und über die ständige Selbstdarstellung des Autors hinweglesen kann, könnte hier vielleicht ein wenig Inspiration finden.

Welches Buch habt ihr vor Kurzem zu Ende gelesen? Lasst gerne einen Kommentar da!