Ich muss gestehen, dass ich nicht ganz allein auf dieses Thema gekommen bin. Während einem Austausch mit G. Mori über das Bloggen und die Angst keine richtigen oder interessanten Themen mehr zu finden, kamen wir in einen richtigen Flow und die Ideen quollen nur so hervor. Also dürft ihr euch heute bei ihm bedanken, dass ihr heute einen Schriftsteller Batman kennen lernt.

Gemeinsamkeiten

So ziemlich jeder Mensch kennt doch die Geschichte von Batman. Bruce Wayne am Tag und Batman in der Nacht. Ich muss gestehen, dass ich ich jetzt keine Milliardärin bin und dass ich auch keine riesen Firma habe, die coole Gadgets herstellt mit denen ich Verbrecher schnappe und meine Heimatstadt rette. Aaaaaaber, eine Kleinigkeit haben wir nun doch gemeinsam. Wir verbergen unsere zweite Identität vor unserem Umfeld.

„Aber wie kannst du denn deine geheime Identität vor deinem Umfeld verstecken, wenn du öffentlich darüber bloggst?“, höre ich euch schon fragen. Nun, das ist ganz einfach. Niemand aus meinem näheren Umfeld weiß von meinem Twitter-Account oder diesem Blog hier. Das darf auch vorerst noch so bleiben. Warum? 

Das Umfeld und die Gefahren

Weil die wenigsten das Schreiben als eine richtige Tätigkeit ansehen, muss ich jedes Mal langwierig erklären, warum ich meine Abende mit dem Schreiben von Beiträgen oder dem erstellen von Plots etc. “vergeude” wenn man doch damit sowieso nichts verdienen kann. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich die nächste J.K. Rowling bin sowieso kleiner gleich Null ist. 

Solche Äußerungen hört man nicht nur als angehende Schriftstellerin. Ich denke jede(r) die/der eine Geisteswissenschaft studiert (hat), die einen nicht auf einen bestimmten Job vorbereitet, sondern vielmehr die Kreativität des Einzelnen benötigt, um etwas aus dem Abschluss zu machen durfte sich schon anhören, dass man sowieso als Taxifahrer endet. Gerade wenn man am Anfang steht und einen neuen Weg beschreiten möchte, können solche Kommentare aus dem näheren Umfeld zu einem Umdenken bewegen und man  verwirft die Idee, die einem vor kurzem noch so gut vorgekommen war um etwas klassisches, vielleicht auch langweiliges zu machen. Genau aus dem Grund halte ich mich eher zurück, es meinem Umfeld zu sagen, da ich diese noch sehr zerbrechliche Blüte nicht gefährden möchte durch die Zweifel der anderen. 

Natürlich – und das will ich nicht bestreiten – gibt es Menschen, die sich von solchen Situationen nicht beeinflussen lassen. Aber ich kann mich da großteils leider nicht dazu zählen. Und es ist auch in Ordnung, wenn man etwas neues probieren möchte, aber den Freunden und Bekannten noch nicht davon erzählen möchte. Ich sehe es auch so, dass es viel cooler ist, wenn man sich selbst etwas aufgebaut hat und dann die Erfolge zum vorzeigen hat, bevor der erste Zweifel vollständig ausgesprochen werden kann.

Die Möglichkeit, Fehler zu machen

Solange man niemandem aus dem Umfeld davon erzählt hat, dass man etwas neues, wie zum Beispiel in meinem Fall einen Blog und einen Roman, gestartet hat, ist es auch einfacher, Fehler zu machen. Es ist meist schwerer einen Fehltritt oder ähnliches vor Freunden und Verwandten zuzugeben, als vor völlig Fremden. Nehmt es mir also nicht übel, dass ihr sozusagen meine Versuchskaninchen seid, die meine Schreiblaunen aushalten müssen. 

Ich habe auch gemerkt, dass es viel einfacher ist, Feedback und Kritik von Fremden zu erhalten, als von Freunden und Familie. Man neigt dazu das Gesagte von engen Bekannten viel persönlicher und ernster zu nehmen. Manchmal ist das auch hilfreich. Aber wenn man schon Selbstzweifel in sich trägt, könnte man sich durch ein negatives Feedback von Freunden viel stärker angegriffen fühlen und vielleicht sogar einen Streit vom Zaun brechen, den man anders nicht hätte aufkommen lassen. Das will natürlich niemand. Daher das fremde und im Zeitalter des Internets meist auch anonyme Feedback sammeln und sich damit weiterentwickeln.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr ein Projekt, welches euch am Herzen liegt, ihr aber noch mit niemandem teilen könnt/wollt?