Um ein eigenes Buch zu verfassen, kann ich euch gleich sagen, werdet ihr viel Willenskraft und Durchhaltevermögen benötigen. Es wird schwierige Phasen geben und es wird Momente geben in denen alles andere irgendwie wichtiger erscheint. Wenn ihr euch allerdings nicht entmutigen lasst und weiter dran bleibt, kann etwas unglaubliches entstehen.

Planung

Zur Planung einer Geschichte habe ich bereits einen Beitrag verfasst. Ihr könnt gerne ein Mal dort vorbeischauen und euch einen Überblick über die verschiedenen Methoden verschaffen, bevor es dann hier weiter geht.

Das Schreiben

Dann kommen wir doch gleich zum wichtigsten Part. Wenn wir uns mit der Karteikarten-Methode oder der 5-Akt-Methode einen Plot ausgedacht und strukturiert haben, die Charaktere stehen etc. müssen wir einen Schritt weiter gehen und die Gedanken zu Papier oder in den PC bringen. Wie machen wir das am besten?

Der Ort

Bevor du wirklich mit dem Schreiben anfängst, solltest du dir einen Ort suchen, an dem die Ablenkung so gering ist wie möglich und wo all deine Schreibunterlagen platz finden, ohne dass du ständig durch den ganzen Raum laufen musst, weil du etwas holen musst. Es ist wichtig, dass du dich voll und ganz auf das Schreiben konzentrieren und einlassen kannst, wenn du an diesem Platz sitzt. Wenn das bedeutet, dass du auf deiner Terrasse sitzen möchtest mit einer Tasse Kaffee und den Blick auf dein Blumenbeet, dann tu das. Wenn du die Hintergrundgeräusche eines Cafés brauchst, dann setz dich mit einem kleinen Stück Kuchen in ein Café. Du hörst gerne (klassische) Musik beim Schreiben? Dann tu das. 

Die Umgebung muss dich beim Schreibprozess fördern und nicht behindern. Ich beispielsweise sitze gerne an meinem Schreibtisch, mit Blick aus dem Fenster und leisen Piano Covers von Pop-Songs im Hintergrund. Wenn ich eine Terrasse oder einen größeren Balkon hätte, würde ich wohl draußen sitzen und das Schreiben vom Zwitschern der Vögel begleiten lassen. Also mach dir einmal Gedanken wie und wo du am besten schreiben kannst, oder teste es vielleicht einfach mal aus. Wenn du diesen Schritt bewältigt hast, gehts weiter zum nächsten!

Planung

Erstelle dir bevor du anfängst einen Schreibplan. Wann möchtest du dir die Zeit nehmen um zu schreiben? Notiere es dir im Kalender auf deinem Handy oder altmodisch in einem Wandkalender etc. 

Aber woher soll ich wissen, ob ich dann kreativ genug zum Schreiben bin? Was ist mit der Muse?

Wenn du ein Schreibprojekt voranbringen oder endlich realisieren möchtest, dann musst du das Schreiben an sich erst einmal zur Routine machen. Sobald Schreiben für dich einfach in den Alltag gehört, musst du dir auch keine Gedanken mehr wegen der Muse machen. Dein Geist wird sich daran gewöhnt haben für eine gewisse Zeit kreativ zu arbeiten und du wirst sehen, dass dir neue Ideen und Handlungen einfach so einzufallen scheinen. Natürlich ist es nicht jedes Mal so, wenn man sich zum Schreiben hinsetzt und man kann auch einmal einen schlechten Tag haben. Allerdings darf man sich von einer unkreativen oder unproduktiven Phase nicht entmutigen lassen. Es ist wichtig am Ball zu bleiben und weiter zu machen. 

Ich habe früher sehr viel geschrieben und konnte stundenlang über einem Projekt sitzen und grübeln. Inzwischen liegen diese Tage in weiter Vergangenheit. Als ich mir nun also meine neuen Projekte vorgenommen habe, musste ich mir die Zeit dafür freischaufeln. Und teils musste ich mich auch dazu zwingen, mich endlich hinzusetzen, weil ich immer irgendeine Ausrede gefunden habe, um eben nicht schreiben zu müssen. Ich habe gemerkt, dass ich komplett aus der Übung war und je mehr ich mich mit dem Schreiben beschäftigte umso einfacher wurde es mit der Zeit. Inzwischen fällt es mir wieder leichter für ein oder zwei Stunden konzentriert an einem Text zu arbeiten und ich schaffe inzwischen auch wieder um die 2000 Wörter pro Session. Bei mehreren Sessions am Tag ist man in wenigen Monaten mit seinem eigenen Projekt fertig.

Das Programm

Wenn euer Ort und euer Schreibplan steht, solltet ihr euch vielleicht ein paar Gedanken zu Schreibprogrammen machen, die ihr verwenden wollt. Ich werde in der nächsten Zeit noch einen ausführlicheren Beitrag zu ein paar Schreibprogrammen machen, die ich bisher für die Uni und/oder private Projekte verwendet habe. Für diesen Beitrag nenne ich euch die Programme und erläutere kurz etwas dazu.

Word

Im Laufe des Lebens musste vermutlich jeder schon einmal mit Word einen Aufsatz, eine Hausarbeit oder ähnliches mit Word verfassen. So haben wir dieses Programm kennen, lieben und hassen gelernt. Jeder kennt die Geschichte des eingefügten Bildes, welches die gesamte Formatierung verschiebt, die Schriftart ändert, einen Hurricane hervorruft und den nächstgelegenen Vulkan zum Ausbruch bringt.

Word ist ein kostenpflichtiges Schreibprogramm. Die neueren Versionen unterstützen inzwischen auch die Nutzung eines Stylus Pen um einem Dokument handschriftliche Notizen hinzuzufügen. Man kann sich eine automatische Gliederung erstellen lassen und viele vorprogrammierte Textformatierungen erleichtern einem zusätzlich die Arbeit.

Wer von Anfang an mit den Formatvorlagen arbeitet wird feststellen, dass das umsortieren der einzelnen Kapitel mit Hilfe der Navigationsleiste viel einfacher ist. Man muss sich nur die Navigationsleiste anzeigen lassen und kann die Überschriften durch “Drag & Drop” an die Stelle im Dokument ziehen, an der sie stehen soll.

Alles in allem ein nettes und weit verbreitetes Schreibtool.

Open Office

Dieses Schreibprogramm ist in meinen Augen der kleine Bruder von Word. Es bietet in großen Teilen die selben Funktionen wie Word. Allerdings ist Open Office ein Open Source Programm, was bedeutet, dass es kostenlos erhältlich ist und dass die Community mit am Quellcode arbeiten kann. Das Programm wächst also durch die Community mit seinen Aufgaben.

Ein Nachteil, den ich erst durch die Benutzung meines Surface so richtig zu spüren bekomme ist, dass ich bisher keine Möglichkeit gefunden habe um auch in Open Office mit meinem Stylus agieren zu können.

Libre Office

Ein Programm vergleichbar mit Open Office. Es läuft auf Mac, Windows und Linux und bietet wie der Vorgänger auch eine vergleichbare Art der Textbearbeitung wie bei Word.

Scrivener

Durch die Recherche in Autorenforen und vielen unzähligen YouTube Videos, die mir Tipps zum schreiben meines eigenen Romans geben sollten, bin ich auf Scrivener gekommen. Dieses Programm ist ein kostengünstiges Schreibprogramm, welches man sich für Mac und Windows kaufen kann. Einmal gekauft hat man Zugang zu den kleineren Updates. Sollte eine neuere Version herauskommen kann man seine Lizenz mit einer kleinen Zuzahlung upgraden.

Dieses Programm ist explizit für Autoren gemacht worden, weshalb es viele Features enthält, die Autoren unter die Arme greifen. Es gibt einen Namensgenerator, den man zu Rate ziehen kann, wenn einem keine Charakternamen oder Städtenamen mehr einfallen. Man kann ein Wort Ziel für das gesamte Projekt und ein Sessionziel festhalten. Man kann das Sessionziel an ein Abgabedatum koppeln, sodass das Programm einem automatisch ausrechnet, wie viele Wörter man pro Session schreiben muss um das Ziel bis zur Deadline fertig zu haben.

Man kann mit Labeln arbeiten und die einzelnen Kapitel wiederum in weitere kleine Kapitel aufteilen, welche man über “Drag & Drop” frei im Projekt bewegen kann.  Ich selbst habe mir die Trial Version heruntergeladen und entdecke gerade alle Funktionen. Ich bin mir aber jetzt schon sicher, dass ich dieses Programm nach dem Trial dann auch kaufen werde. 

Zusätzlich zu den Labeln etc. kann man sich zu jedem Kapitel und jeder Szene eine Karteikarte anlegen in welcher man eine kurze Beschreibung der Situation etc. festhalten kann. Darüber hinaus kann man sich diese Karteikarte während des Schreibens anzeigen lassen.

Man kann Recherchematerial in einem extra Ordner speichern und hat durchgehend zugriff auf die Bilder und Audiodateien, die man in dem Projekt abspeichert. Nach Fertigstellung des Schreibprojekts bietet dieses Programm sogar die Möglichkeit den Text als epub, pdf, odt, doc, uvm. Auszugeben.

Fazit

Es gibt natürlich noch so viel mehr zu diesen Programmen zu sagen, weshalb ich ganz sicher noch einen Post über die Programme verfassen werde um euch einen Überblick zu geben. Ich werde auch noch ein paar weitere recherchieren, wie z.B. Papyrus.

Alles in allem eignen sich alle diese Schreibprogramme zum Verfassen eines Textes. Natürlich ist Scrivener für Autoren die einen Roman veröffentlichen wollen etwas besser geeignet, da es explizit auf diese Bedürfnisse ausgelegt ist. Aber im Grunde haben alle diese Programme ihre Vor- und Nachteile.

Der Prozess

In den meisten Ratgebern und Theorien über den Schreibprozess findet man eine Herangehensweise. Erst Schreiben dann korrigieren. Genau genommen ist der Konsens, dass man mit der Ideenfindung beginnt. Die daraus entstandenen Ideen werden gesammelt und sortiert. Wenn man sich dann für eine entschieden hat, beginnt die Strukturierung. Hierfür, wie oben bereits erwähnt, ein Mal meinen Beitrag zum Plotten ansehen. Wenn man diesen Schritt hinter sich gebracht hat, soll man anfangen, einen Rohtext zu verfassen. Was ist ein Rohtext. Ganz einfach gesagt, stellt ein Rohtext alles das dar, was du über ein Thema zu sagen hast. Ohne Filter. Ohne penibles ausbessern. Einfach genau das aufschreiben, was dir in den Kopf kommt. 

Aber dann ist der Text doch vollkommen unverständlich und ungegliedert!, höre ich euch sagen.

 Und ja. Das mag sein. Die wenigsten schreiben auf Anhieb einen perfekten und vorzeigbaren Text. Der Rohtext stellt auch nicht deine/n Geschichte/Roman/wissenschaftliche Arbeit dar. Sie bietet einen Überblick darüber wo du stehst und was du bereits weißt. Mit dieser Grundlage kannst du nach einer kleinen Schreibpause gleich weiterarbeiten. Du hast einen riesen Schritt geschafft und eine große Hürde übersprungen. Was jetzt kommt nennt sich Überarbeitungsprozess. Der Name spricht für sich. Der Rohtext wird nun auf Herz und Nieren geprüft. Missverständliche Teile? Schreib sie um! Umständliche oder unkorrekte Sätze? Stell sie richtig! Etwas vergessen? Füg es noch hinzu!

Diese Methoden wurden mir in Übungen und Seminaren, die ich zum wissenschaftlichen Schreiben oder verfassen von Hausarbeiten und anderen Texten an der Universität besucht habe aufgezeigt. Es gibt viele verschiedene Schreibtypen. Möglicherweise verfasse ich noch einen ausführlicheren Beitrag zu den einzelnen Schreibtypen um euch einen besseren Überblick zu bieten.

Fazit

Wenn man sich das alles noch einmal durch den Kopf gehen lässt, kann man erkennen, dass Schreiben viel mehr beinhaltet, als sich einfach nur an den Schreibtisch zu setzen und zu warten, bis einen die Muse küsst. Man muss sich vorbereiten, man muss planen und man muss dran bleiben. Wenn man diese Hürden und den inneren Schweinehund allerdings überwunden hat, dann entstehen wunderbare Geschichten und Projekte. 

Wie sehen Eure Erfahrungen mit dem Schreiben so aus? Welche Hürden habt ihr schon überspringen müssen?