Natürlich ist klar, dass man seine Gedanken entweder mit dem Computer/Laptop oder mit Block und Stift festhält. Letztere Methode ist zwar für alle, die es altmodisch lieben ganz schön. Wenn man sein fertiges Werk allerdings unter die Menschen bringen will, wird man nicht darum herum kommen, sich mit Schreibprogrammen auseinanderzusetzen. Im Nachfolgenden habe ich eine kleine Liste mit den gängigen Schreibprogrammen zusammengestellt.

Word

Wenn wir über ein Programm zum Schreiben sprechen, dann ist natürlich das erste, welches einem in den Sinn kommt Word. Wer hat es noch nicht für die Schule oder die Arbeit verwenden müssen. Von Anfang an wird uns die Texterstellung am Computer mit diesem Programm beigebracht. Und über die Jahre ist Word mit seinen Aufgaben gewachsen.

Word bietet Dokumentvorlagen für jeden Anlass an. Soll es eine Einladung werden? Ein Lebenslauf? Wie wäre es mit einer Rechnung? Es gibt unter anderem auch Vorlagen, die man verwenden kann, wenn man einen Blog schreibt. Wer keine ganze Dokumentvorlage verwenden will, kann natürlich auch sein persönliches Dokument mit Formatvorlagen ausgestalten. Du brauchst ein indirektes Zitat? Eine Überschrift oder Unterüberschrift? Das soll dann alles automatisch in einer Gliederung angezeigt werden können? Dann bist du an dieser Adresse richtig.

Auch die Horrorstories über gelöschte Formatierungen und komplett verschobenen Texten, wenn man ein Bild einfügt wurden Großteils gelöst. Für meine Uni-Mitschriften und Zusammenfassungen ist Word nicht mehr wegzudenken. Vor allem wegen der Funktion, um Gliederungen automatisch zu erstellen und der Möglichkeit diese Gliederungspunkte innerhalb der Navigationsleiste verschieben und somit ihre Reihenfolge via Drag and Drop ändern zu können zählt für mich als ein großer Vorteil.

Natürlich ist auch die Möglichkeit sich Ad-Ins herunterladen zu können ein riesiges Plus. Mein Word besitzt das Wikipedia Ad-In, weil es damit einfach einfacher wird, wenn man während des Schreibens etwas recherchieren muss. Es öffnet sich an der rechten Seite von Word ein kleines Fenster in welchem man einen kleinen Ausschnitt der Wikipedia Seite direkt in seinem Dokument sehen kann. Wer also nur schnell etwas nachblättern muss, hat hier auf jeden Fall einen Vorteil. Für größere Recherche würde ich allerdings dennoch zu einem offenen Browserfenster tendieren.

Da ich nun auch endlich im Zeitalter des Tablets an der Uni angekommen bin und mir ein Surface gekauft habe, kann ich auch die Handhabung von Word mit einem Tablet und Stylus bewerten. Wer seinen Stylus wirklich auch in Word verwenden möchte, muss sich erst einmal auf ein paar Änderungen gefasst machen. Denn so wie die Leiste aufgebaut ist, unterstützt sie Stylusverwendung nicht unbedingt. Ich zeige euch anhand eines Screenshots was genau ich meine:

Hier könnt ihr mal meine Personalisierung sehen. Ich kann auswählen, dass mein Stylus als Mausersatz fungiert, kann Gitternetzlinien einschalten, sofern ich etwas handschriftlich festhalten möchte, kann Bilder aus dem WWW einfügen, mir Wikipediaseiten anzeigen lassen. Einen Bildschirmausschnitt einfügen und die Stiftfarben und -arten wechseln uvm.

Alles in allem kann man sich nicht über Word beschweren. Wer 99€ im Jahr für die Office 365 Home Version zahlen möchte, ist hier auf jeden Fall gut aufgehoben.

Scrivener

Nun zu Scrivener. In meinem letzten Post hat man vermutlich gemerkt, dass ich ein klein wenig ins Schwärmen gekommen bin, als ich angefangen habe dieses Programm vorzustellen. Wie bereits gesagt, bin ich über YouTube und ausführliche Onlinerecherche auf dieses Programm gestoßen. Viele Autoren haben kleine How-To-Videos hochgeladen mit Erklärungen zu den Funktionen. Da dieses Programm von Autoren für Autoren entwickelt wurde, besitzt dieses Programm natürlich ein paar Anwendungsmöglichkeiten, die man mit Word nicht bekommt.

Scrivener ist ein kostengünstiges Schreibprogramm, welches man sich für Mac und Windows kaufen kann. Die Mac Version kostet 53€, mit Studentenrabatt 45,05€ und die Windowsversion kostet 49€ und mit Studentenrabatt 41,65€. Um den Studentenrabatt nutzen zu können, wird eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung verlangt. Wer sich dieses Programm kauft hat bis zur nächsten größeren Version Zugang zu allen kleinen Bugfixes und kleineren Updates. Außerdem kann man für einen vergünstigten Preis ein Update kaufen.

Momentan gibt es für Mac die Scrivener 3 Version wohingegen Windows noch mit Scrivener 1 arbeitet. Wenn man sich die YouTube Videos anschaut, dann findet man kleine Unterschiede wie zum Beispiel die ausführlicheren Schreibziel Einstellungen. Allerdings wird bereits an einer neueren Version für Windows gearbeitet die im Laufe dieses Jahres herauskommen soll. Als kleine Wiedergutmachung für die Diskrepanzen der beiden Versionen können alle, die sich in der nächsten Zeit das Programm für Windows holen beim Erscheinen des großen Updates dieses kostenlos herunterladen.

Besondere Funktionen

Für diejenigen unter euch, die bei der Namensfindung ein Problem haben, gibt es einen Namensgenerator. Man kann die Gängigkeit des Namens einstellen und ob es nur Vor- oder Nachname sein darf. Sogar den Anfangsbuchstaben kann man angeben.

Es gibt die Möglichkeit sich ein Wortziel für das gesamte Projekt und zusätzlich für die einzelnen Sessions zu setzen. Zwischendurch kann man darauf spicken und sieht anhand einer grünen Leiste, wie weit man schon gekommen ist. Für Mac gibt es auch noch die Möglichkeit eine Deadline einzurichten und das Schreibziel automatisch errechnen zu lassen. So wird das Wortziel pro Session danach berechnet, wie oft man in der Woche schreibt und wie viel man bereits geschrieben hat. Diese Funktion soll im Laufe des Jahres auch für Windows verfügbar sein.

Scrivener bietet ein Korkbrett, auf welchem man Ideensammlungen und Szenenbeschreibungen festhalten kann. Diese Karteikarten eröffnen jeweils ein neues Dokument im Manuskript in welchem man dann die Szene schreiben kann. Während man schreibt kann man sich im Inspektor die Karteikarte anzeigen lassen, damit man den Umriss der Szene nicht aus den Augen verliert.

Label bieten die Möglichkeit die einzelnen Dokumente farblich hervorzuheben. Dies ist vor allem nützlich, wenn man aus der Sicht von mehreren Figuren schreibt. So kann man farblich markieren um wen es in der konkreten Szene gerade geht und verliert so nicht den Überblick.

Es gibt Formatvorlagen für Romane und wissenschaftliche Arbeiten als auch Drehbücher. Jedes Programm ist standardmäßig dreiteilig aufgebaut. Es besteht aus Manuskript, wo der Roman/ die Arbeit drin verfasst werden soll. Ein Recherchebereich kann mit Bildern, Audiodateien und Charaktersheets oder Städtesheets gefüllt werden. Der Papierkorb beinhaltet alle Dokumente, die man aus dem aktiven Manuskript oder der Rechercheleiste gelöscht hat. Bevor die Dokumente unwiederbringlich gelöscht werden, hat man noch einmal die Möglichkeit sie im Papierkorb anzusehen und diesen danach zu leeren.

Scrivener bietet die Möglichkeit das vollende Projekt als epub, pdf,odt, doc uvm. Zu exportieren. Je nach dem wie und wo dein Werk veröffentlicht werden soll, kannst du dir das passende Format heraussuchen.

Das Internet bietet viele Möglichkeiten sich in das Programm einzufinden. Die Herausgeber selbst haben einen YouTube Channel auf welchem sie mit kurzen Videos die Grundfunktionen ihrer Software erklären. Viele andere Autoren erklären wie sie Scrivener für sich personalisiert haben und welche Funktionen sie am wichtigsten finden.
Wer also überlegt sich diese Software zu kaufen sollte auf jeden Fall einmal die Videos dazu ansehen.

Papyrus Autor

Dieses Schreibprogramm habe ich mir zeitgleich mit Scrivener angesehen und mich dann (als armer Student und so) für die günstige Variante Scrivener entschieden. Allerdings habe ich mich mit beiden Programmen ausführlich auseinandergesetzt.

Papyrus Autor ist für 179€ zu haben. Als Student kriegt man einen Rabatt und zahlt dafür nur noch 149€. Auch hier ist ein Nachweis über den Studentenstatus zu erbringen. Die neueste Version ist im Moment Papyrus Autor 10.

Nun zum Programm. Es besteht aus mehreren Teilen. Zum Planen haben sie ein Denkbrett. Hier kann man wie bei einer Mindmap die verschiedenen Bestandteile der Geschichte aufschreiben und verbinden. Die einzelnen Bereiche lassen sich frei verschieben und verändern und mit Notizen versehen. Auf der Homepage wird das Denkbrett wie ein echtes Korkbrett beschrieben, auf welchem man Bilder mit Faden verbindet. Vielleicht hilft das ja dabei sich das Konzept vorzustellen.

Zur Recherche bietet Papyrus Autor auch eine Möglichkeit. Man kann sich Figuren- und Ortedatenbanken anlegen und diese mit Quellen und Links befüllen. So verliert man den Überblick über die Figuren und Besonderheiten nicht mehr so leicht. Eine Navigationsleiste macht es einfach, sich durch die angelegte Datenbank zu bewegen.

Das Schreiben wird durch die Rechtschreibkorrektur erleichtert. Im Programm gibt es verschiedenste Optimierungen die beim Schreiben helfen. So zeigt einem die Dudenfunktion Grammatikfehler auf und schlägt Verbesserungen vor. Im Vergleich dazu kann man bei Scrivener zwar einzelne Wörterbücher für verschiedene Sprachen herunterladen. Allerdings sind einige der Wörter, die man benutzt nicht enthalten und man muss sie nach eigener Recherche dann selbst dem Wörterbuch hinzufügen.

Die Organisation bei Papyrus Autor ist ähnlich der bei Scrivener. Man kann mit Labeln, Überschriften und verschiedenen Farben arbeiten um sich das eigene Projekt so übersichtlich wie möglich zu gestalten. Mit im Kaufpreis enthalten ist auch eine Kurzanleitung für das Programm in welcher man bei Fragen nachblättern kann. Um alles noch übersichtlicher zu gestalten, kann man sich Datenbanken mit Figuren und Orten anlegen. Diese werden dann auch im Fließtext angezeigt. Beim Klick auf einen hinterlegten Orts- oder Charakternamen öffnet sich seine Seite in der Datenbank in welcher man Details nachschlagen kann.

Papyrus Autor bietet ebenfalls ein Lektorat im Programm an. Der zuvor erwähnte Duden Korrektor kommt hier wieder zum Einsatz. Zusätzlich dazu bietet Papyrus Autor auch eine Stilanalyse, die einem Schwachstellen im Text hervorhebt. So werden Füllwörter erkannt und markiert. Zum krönenden Schluss kann man sich auch noch die Lesbarkeit seines Textes angeben lassen. Je länger und umständlicher die Sätze umso schlechter die Lesbarkeit.

Wie bei Scrivener auch, kann man sein fertiges Werk als Epub, PDF und Word Dokument direkt im Normseitenformat exportieren. In Scrivener beispielsweise habe ich noch keine solche Funktion finden können.

Open Office & Libre Office

Wie bereits erwähnt stellt Open Office für mich den kleinen Bruder von Word dar. Dieses Programm ist Open Source. Das bedeutet, dass der Quelltext dieser Anwendung öffentlich zugänglich ist und Dritte ihn verändern können. Meist arbeitet eine Community an solchen Programmen, die dann Wünsche der Nutzer im Programm zu implementieren versuchen.

Open Office und Libre Office haben genau die selben Eigenschaften wie Word. Der einzige Unterschied ist, dass die beiden noch nicht für die Arbeit mit einem Stylus ausgelegt sind.

Die Besonderheit bei Libre Office ist, dass es eine Software ist die auch auf Linux Systemen verwendet werden kann.

Auch bei Open Office und Libre Office kann man sich die obere Leiste individuell gestalten. Man hat die Möglichkeit mit Formatvorlagen zu arbeiten und auch hier lässt sich eine automatische Gliederung erstellen. Alles in allem sind Open Office und Libre Office die kostenlosen, etwas abgespeckteren Versionen von Word.

One Note

Dieses Programm ist standardmäßig auf Windows PCs vorinstalliert und wird von Microsoft gemacht.
Es ist ein Schreibprogramm, welches mit Regalen arbeitet. Das System ist fast wie bei einem Bücherregal. Man kann verschiedene Regalflächen eröffnen und in diesen Regalen einzelne Projekte starten. OneNote lässt den Import von Bildern und PDF Folien zu, weshalb einige Studenten dieses Programm auch für ihre Mitschriften verwenden.

Auf einem Tablet lässt sich das Programm auch mit einem Stift bedienen. So kann man Korrekturen oder zusätzliche Ideen schnell händisch hinzufügen.

Wenn man in das Programm klickt, öffnet sich ein Textfeld, welches man beschriften kann. Diese Funktion bietet sich für das Plotten an. So kann man viele verschiedene Textfelder erstellen und diese auf der Seite frei mit der Maus bewegen und neu sortieren, ganz nach der Karteikarten-Methode.

OneNote arbeitet mit einer Cloud. So werden die erstellten Projekte zwischen den einzelnen verbundenen PCs, Laptops, Tablets und Handys synchronisiert. Wem also gerne mal auf der Straße die besten Ideen kommen, kann diese dann in OneNote vermerken und sie später am Laptop oder Tablet nachlesen.

Alles in allem ist dieses Programm wirklich simpel zu bedienen und schön übersichtlich. Die dort geschriebenen Dokumente lassen sich über die Druckenfunktion dann zu PDFs oder Word Dokumenten umwandeln.