Worum geht’s eigentlich?

Eigentlich ist Martin ein ganz normales Kind. Bis er im Krankenhaus am Sterbebett seiner Oma dem Tod begegnet. Sie beschnuppern sich ein wenig, bevor Tod wieder verschwindet und den kleinen Jungen erst wieder im Teenager Alter wieder regelmäßig besucht. Die beiden entwickeln trotz der Meinungsverschiedenheiten eine übernatürliche Freundschaft, die die Jahre überdauert.

Doch als Martin beginnt, sein Leben im Erwachsenenalter selbst in die Hand zu nehmen, kommt es vermehrt zu Auseinandersetzungen. Wie sich das alles entwickelt und was sonst noch alles passiert, muss man einfach selbst gelesen haben!

Meinung

In diesem Buch von Sebastian Niedlich bekommt man einen kleinen Crashkurs bezüglich des Todes. Was sind seine Aufgaben, was findet er gut und warum tut er eigentlich das, was er tut. Wo kommt er her und wie geht der Tod in Rente?

Als aller erstes ist mir jedoch das wunderschöne Cover aufgefallen. Es ist gelb und schwarz und zeigt den Tod mit Schmetterlingen und einem Kescher. Diese Darstellung des Todes wiederholt sich bei jedem neuen Kapitel. Man erkennt, dass dieses Buch mit viel Liebe gestaltet wurde, was für mich immer einen Bonuspunkt darstellt.

In »Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens« wird mehrfach über das Schicksal und die Vorbestimmung des Lebens diskutiert. Ob der Mensch oder auch der Tod Einfluss darauf hat, wann, wie oder ob ein anderer Mensch sterben muss, wird in vielen kleinen Kämpfen zwischen Martin und Tod aufgeworfen, aber nie so richtig beantwortet. Letztlich muss der Leser für sich selbst herausfinden, ob das Leben wirklich eine Aneinanderreihung von vorbestimmten Ereignissen ist.

Sebastian Niedlich hat in seinem Buch eine ausführliche Recherche betrieben, was dafür sorgt, dass es sich so anfühlt, als wäre man wirklich vor Ort. Er beschreibt die Straßen Berlings und New Yorks mit einer solchen Detailliebe, dass ich mich direkt dort hinversetzt gefühlt habe. Auch die Ereignisse der 80-er, 90-er etc. Jahre werden ausführlichst beschrieben. Die Filme, die Entwicklungen vom Telefon zum Handy und die Etablierung des Internets. Wir erleben alle wichtigen Wendepunkte mit Martin.

Darüber hinaus wird das Buch von witzigen Wortgefechten zwischen Tod und Martin unterstrichen. Manchmal sind sie Düster und an anderen Stellen einfach nur nachempfindbar. Manche der Diskussionen hat man sicherlich auch schon mal im Freundeskreis oder der Familie geführt.

Fazit

Ich fand das Buch von der ersten zur letzten Seite spannend. Voller Enttäuschung habe ich die letzte Seite umgeblättert, nur um dann von Sebastian Niedlich darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass es noch einen Teil gibt, den ich mir natürlich sofort von meiner Familie zum Geburtstag gewünscht habe.

Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz und die Probleme, die man mit Martin durchlebt sind so alltäglich und doch besonders. Die Erzählung geht so leicht von der Hand, dass ich das Buch, wenn ich mich nicht gezwungen hätte auch einmal Pausen zu machen, an einem Tag durchgelesen hätte.

Wer ein bisschen auf das Übernatürliche kombiniert mit Witz und Alltag steht, macht mit diesem Buch nichts falsch.