Was habe ich gelesen?

Heute will ich über »Zwei Königinnen« von Magret Kindermann schreiben. Das Buch wurde vom Selfpublisher Verlag TWENTYSIX herausgegeben. Gekauft habe ich es mir durch den trendigen #Bücherhamstern. Magret Kindermann selbst hatte mich auf ihren Debütroman aufmerksam gemacht und ihn mir empfohlen. Nach kurzen Recherchen musste ich es mir einfach kaufen.

Inhalt

Was würdest du tun, wenn es dich plötzlich zwei Mal gäbe? Eine sehr interessante, hypothetische Frage. Doch für Elin Delambre wird sie eines Tages Realität. Wir begleiten eine junge Frau, die ihren eigenen Weg in der Welt noch nicht gefunden hat. Wir dürfen ihr dabei zusehen, wie sie sich in die Leben anderer Menschen versetzt, die sie beim Vorbeigehen interessieren. Sie ist eine Meisterin der Imitation. Doch etwas Eigenes scheint sie nicht vorweisen zu können.


Wie wenig sie sich bisher mit sich selbst auseinandergesetzt hat, wird erst klar, als sie sich plötzlich selbst gegenübersteht und entscheiden muss, wie sie damit umgehen wird.

Protagonistin(-nen)

Als Nächstes, will ich einen kleinen Blick auf Elin und Paula werfen. Die beiden haben einen holprigen Start, da die eine sich von der jeweils anderen bedroht fühlt in ihrem Leben. Sie müssen sich mit der Frage auseinandersetzen, was einen Menschen wirklich ausmacht. Ist es das Aussehen? Die Sprache? Der Charakter? Müssen sie die jeweils andere übertrumpfen, um selbst eine Daseinsberechtigung zu haben?

Und so gehen die beiden nach anfänglichen Schwierigkeiten ihre eigenen Wege. Sie sammeln Erfahrungen und entwickeln sich weiter, sodass jede für sich genommen behaupten würde, eine eigene Person zu sein. Doch diese Grenzen verschwimmen, als sie wieder aufeinandertreffen und das Leben der jeweils anderen beneiden.

Ich habe mich mehrmals dabei ertappt entweder die eine oder die andere besser zu finden. Es war nicht nur für Elin und Paula ein Wechselspiel der Gefühle. Mehrmals habe ich das Buch für ein paar Tage weglegen müssen, weil ich mit den Handlungssträngen der beiden nicht klargekommen bin und teilweise Mitleid empfunden habe. Letztlich fand ich es unglaublich beim Lesen hier und da Andeutungen für die Veränderungen in den einzelnen Charakteren zu finden. Es war so, als würde man mit Paula und Elin in diese Rolle hinein wachsen.

Ende

Ich muss gestehen, dass ich generell Probleme mit Enden habe. Entweder das Buch ist so gut, dass ich nicht möchte, dass es jemals endet. Oder das Ende ist mir zu unbefriedigend und nicht alle Fäden werden am Ende wieder aufgenommen und schön sauber verbunden.

Dieses Ende hat mich sehr verwirrt. Magret hat hier bewusst für etwas Chaos gesorgt, damit weder Leser noch Ben auffällt, was eigentlich gerade los ist und passiert. So bleibt man bis zum Schluss unwissend, wer eigentlich wer ist und wie man das Ende wirklich werten soll. Es ist, wie im Rest des Buches auch immer ein gewisses Rätsel.

Abschließende Worte

Ich fand die Geschichte am Anfang interessant. Dann wurde ich emotional immer weiter hineingezogen bis ich eine richtige Wut auf die beiden Protagonistinnen bekommen habe. Und jetzt sitze ich hier und frage mich, ob ich wirklich so anders gehandelt hätte. Magret hat eine emotionsgeladene Geschichte geschrieben, die die Stärke und das Entwicklungspotential zweier Frauen unter höchstem psychischen Druck darstellt.

Für mich eine klare Leseempfehlung, wobei mir im nachhinein ein paar Stellen in den Sinn kommen, in welchen eine der wenigen Schwarzen Figuren relativ Stereotyp und überzogen dargestellt wird. Die Entwicklung der beiden Protagonistinnen ist aber auf jeden Fall das Lesen wert.