Bei meinen Recherchen zu Literatur über das Schwarzsein in Deutschland und Erfahrungen, die damit zusammenhängen, bin ich schon öfter über dieses Buch gestolpert. Bisher habe ich mich dann aber doch nie getraut, es zu kaufen. Zu einem gewissen Teil hatte ich wohl Angst, was darin stehen könnte. Wie sehr es mich mitnehmen könnte und vielleicht auch, wie es meinen Blick auf die weiße Gesellschaft ändern würde. Denn solange ich mich nicht weiterführend mit der Thematik beschäftige, bleibt Rassismus wohl ein „individuelles Problem“ von mir. Zumindest habe ich früher so gedacht. Und ich kann jetzt schon sagen, dass ich es mir früher hätte kaufen sollen.

Inhalt

Es geht um Rassismus in all seinen Formen und Schattierungen. Noah Sow arbeitete mit historischen Quellen und Ausschnitten aus Zeitungen und Werbepostern und Plakaten. Sie erklärt die Probleme und bringt auch eigene Beispiele ein. Thematisch beginnen wir bei rassistischen Gewohnheiten, dem »Rasse« Begriff und was Rassismus ist. Wenn wir dann die Grundbegriffe schön und verständlich erklärt bekommen haben, wenden wir uns einem weiteren, sehr großen Problem zu. Alltagsrassismus. Ich bitte die weißen Menschen, die dieses Buch lesen, sich auf das Geschriebene einzulassen. Auch der mediale Rassismus wird kurz dargestellt. Hier gibt es dann auch Bilder aus Zeitungen und Zitate. Ganz am Ende wird auch ein Ethno-Lexikon aufgeführt. Um die Kapitelüberschrift zu zitieren: » Phänomene und Begriffe aus Ethnologie und Völkerkunde, erklärt anhand des hiesigen Kulturkreises«. Im Anhang findet man dann auch weiterführende Literatur.

Empfehlung

Ich will allen Menschen dieses Buch ans Herz legen. Es ist leicht verständlich und ausführlich erklärt. Vor allem die vielen Bildbeispiele und Zitate belegen die Punkte von Noah Sow und unterstreichen die Argumentation. Gerade weil das Interesse an BLM derzeit wieder abnimmt, kann ich nur raten und empfehlen, sich weiterhin mit Rassismus und Weißsein auseinanderzusetzen. Und dabei helfen solche Bücher wohl am besten.

Man sollte vielleicht auch dazu sagen, dass das Buch nichts beschönigt. Die unschönen Seiten und Auswirkungen von Rassismus werden aufgezeigt. Man wird nicht verschont. Aber da müsst ihr durch. BPoC erleben das tagtäglich. Das Mindeste, was man dann tun kann ist, dass man sich kritisch mit der Bedeutung vom eigenen Weißsein auseinandersetzt und versucht am eigenen Denken zu arbeiten. Erkennt die Muster und Strukturen und arbeitet dagegen. Dieses Buch kann euch helfen.

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