Heute geht es weiter in der Reihe »Rassismus in der Literatur«. Das heutige Thema ist White Saviorism.

Begriffserklärung:
Wenn man BIPoC Charakteren einen weißen Charakter zur Seite stellt, um diese zu führen, bilden oder sogar zu retten.

Die Darstellung kann vielseitig sein. Ein gängiges Thema ist, dass ein BIPoC Charakter vor einem Problem steht. Aus eigener Kraft schafft die Figur es leider nicht, das Problem zu lösen. Anstatt, dass die BIPoC-Figur einen Entwicklungsprozess durchläuft und das Problem dann eigenständig lösen kann, kommt eine weiße Figur hinzu. Plötzlich funktioniert alles, wie es sollte, und der Tag/die Welt ist gerettet.

Ein Beispiel, welches mir spontan einfällt, ist der Film Hidden Figures. Kevin Costner ist derjenige, der den Schwarzen Wissenschaftlerinnen den Weg bahnt. Nicht diese unglaublichen Powerfrauen die hart für ihre Ausbildung, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten gearbeitet haben. Nein. Mr. Harrison, gespielt von Kevin Costner bereitet ihnen den Weg. Alternativ für unsere Whovians: Der 12. Dr. Who. Seine Begleiterin ist Schwarz. Sie trägt ihren Afro. Wird als ungebildet dargestellt. Erst durch ihre gemeinsamen Abenteuer mit dem Dr. bildet sie sich weiter. Sie wird sozusagen wortwörtlich von einem alten, weißen Mann gerettet.

Bitte entfernt euch von solchen Darstellungen. Sie sind sehr kolonialistisch. Es heißt ja auch immer, dass erst die weißen Siedler Kultur zu den indigenen Bevölkerungen gebracht haben. Nein! BIPoC haben, wie bereits erwähnt, ihre eigenen Geschichten zu erzählen und müssen nicht, von weißen Figuren begleitet, beschützt oder gerettet werden.

Macht sie nicht zu hilflosen Anhängseln, die ohne Hilfe von Außen, nichts auf die Reihe kriegen würden. Informiert euch.

Auch hier wieder mein Aufruf: Vergesst aber bitte das Sensitivity Reading nicht, wenn ihr in euren Geschichten BIPoC einbaut. Und bitte wendet euch an Own-Voice Sensitivity Reader*innen.