Heute geht es um ein Buch, welches ich mir beim ersten #Bücherhamstern gekauft habe. „Die andere Seite von Schwarz“. Gleich zu Anfang sollte ich zugeben, dass ich das Buch ein Mal abbrechen musste, da es sehr schwierige Themen behandelt. Daher hier auch gleich meine Triggerwarnung: Es geht um Depressionen, Misshandlung und wie Angehörige mit der Situation umgehen. Außerdem kommt auch ein Autounfall darin vor.

Inhalt

Wir begleiten die Autorin durch eines ihrer Projekte. Sie spricht mit der Protagonistin und bekommt in Kapiteln, die wie Tagebucheinträge aufgebaut sind die Erlebnisse ihrer Figuren erzählt. Diese Tagebucheinträge werden manchmal durch Fragen der Autorin an ihre Protagonistin unterbrochen.
Die Protagonistin Alexa erzählt von ihrer Liebe zu einem Jungen. Es stellt sich im Laufe der Geschichte heraus, dass er an Depressionen und verdrängten Erinnerungen leidet.

Meine Meinung:

Es fiel mir schwer, dieses Buch zu lesen. Ich kenne Depressionen und die Auswirkung auf die Angehörigen sehr gut, weshalb ich das Buch nur mit Pausen lesen konnte. Was mich daran etwas gestört hat, war die Romantisierung der Beziehung. Alexa wurde durch die Beziehung langsam mit in ein Loch gezogen, wollte sich aber in Teenagerjahren schon nicht von ihrem Freund trennen, obwohl ihrem Umfeld die negative Veränderung schon aufgefallen ist. Und dass Ians Mutter es einfach in Kauf genommen hat, dass seine Freundin sich möglicherweise mit in diese „schwarze Welle“ ziehen lässt, fand ich auch eher uncool. Aber das ist nur meine Meinung zu dem Charakter. Im Laufe des Romans habe ich sehr starke Gefühle für und gegen einzelne Charakter entwickelt, was ja nur für den Roman sprechen kann.

Jedoch klingt die Geschichte für mich etwas nach einem idealisierten Krankheitsverlauf. Sobald die Ursache gefunden ist, können alle wieder happy in die Zukunft schauen, aber so läuft es eben nicht. Dass die Protagonistin sich trotz negativer Auswirkungen für sich selbst in so frühen Jahren, nach nur so kurzer Zeit für immer und ewig an ihren damaligen Freund bindet, erschließt sich mir nicht so ganz. Aber jeder Mensch ist da anders und trifft die für sich passenden Entscheidungen. Mich hatte der Aspekt einfach nur gestört, da es keinerlei Grund für diese Verbissenheit auf diesen einen Jungen/Mann gab.

Die Entwicklung der Story fand ich ab der Hälfte des Buches dann richtig spannend. Am Anfang werden noch die Probleme beschrieben, die das junge Paar hat, wann immer eine weitere „schwarze Welle“ auftaucht. Später tauchen wir in die Geheimnisse von Ians Familie, Alexas Partner, ein. Den Ausgang des Romans habe ich erst kurz vor Eröffnung des Geheimnisses erahnen können. Das rechne ich dem Roman hoch an, denn normalerweise kann ich nach den ersten zwei Kapiteln schon erkennen, in welche Richtung mich eine Geschichte führen wird.

Trotz meiner Kritik finde ich das Buch spannend und würde es noch einmal lesen. Ich will nur noch einmal betonen, dass man sich darüber im Klaren sein sollte, was man da kauft. Also noch einmal die Triggerwarnung: Depressionen, Missbrauch und Autounfall.