Heute geht es um Neil Gaimans „Niemalsland“. Dieses Buch habe ich nicht im herkömlichen Sinne gelesen als viel mehr das Hörbuch dazu gehört. Wie bei einigen anderen Titeln habe ich die deutsche Version gehört. Ich betone das, weil die Sprache vor allem wenn es um rassistische Begrifflichkeiten geht einen großen Unterschied macht.

Inhalt

Richard Mayhew reist aus beruflichen Gründen nach London. Durch einen Zufall wird er in ein alternatives, irgendwie nicht so richtig existierendes London gezogen und hört auf in der realen Welt zu existieren. Nachdem er seine Wohnung und seinen Job verloren hat, weil er ja nicht existiert, schließt er sich mit einigen Umwegen einer Gruppe an, die versucht den Mord an Doors Familie aufzuklären. Dabei lernt Richard Mayhew das alternative London kennen und lieben.

Meinung

Ich mochte dieses Hörbuch sehr. Warum? Es war unglaublich spannend und super divers geschrieben. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die PoC in der Geschichte einfach nur als Diversity-Token herhalten mussten. Hunter schließt sich der ungewöhnlichen Gruppe als Doors Leibwächterin an. Sie ist unglaublich tough und badass. Und eine Woman of Color!!!! Auch wenn sie als Leibwächterin eingeführt wird, hat sie ihre eigene Geschichte und Agenda. (Loving it!) Sie wächst aus dieser Rolle heraus und entwickelt ziemlich viel Heldinnenpotential zum Schluss.

Der Marquis de Carabass ist soweit ich es nicht falsch verstanden habe auch eine Person of Color. Er ist intelligent, selbstständig und sehr sehr listig. Seine Schritte sind immer durchdacht und selbst wenn etwas unvorhergesehenes passiert, kann er sich eloquent aus der Situation rausreden. Meistens zumindest.

Ich liebe es, wenn PoC Charaktere stark und selbstständig dargestellt werden, anstatt niemals über den Rang eines niederen Helferleins aufsteigen zu können.

Leider gab es einige Essensvergleiche, wenn es um Hautfarbe ging. Diese bezogen sich allerdings nur auf die PoC Charaktere. Die weißen Charaktere wurden als genau das beschrieben. Weiß oder hell. Keine Lebensmittel oder ähnliches. Das ist ein kleines Detail, das mich einfach ärgert und nervt. Dennoch ist die Geschichte und die nicht vorhandenen rassistischen Stereotypen super. Ich liebe diese alternative Realität von London.