Am 10. Und 11. April hat das #Litcamp21 stattgefunden. Mehr zu meinen Erfahrungen und was diese Erfahrung für mich bedeutet, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

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Das Litcamp ist eine Möglichkeit, um mit anderen Autor*innen in Kontakt zu treten. Normalerweise findet das Litcamp in Präsenz statt. Es kann einfacher sein neue Menschen kennenzulernen, wenn man sich vor Ort sieht. Allerdings fand ich die Lösung des digitalen Litcamp auch sehr schön. So wurde spontaner Smalltalk, der beim herumlaufen und warten auf dem Litcamp entstanden wäre durch das Chatroulette ersetzt. Man konnte sich dort reinsetzen und wurde ganz zufällig mit einer anderen Person verbunden, die ebenfalls im Chatroulette saß. Dabei sind für mich sehr angenehme und tolle Gespräche entstanden und ich konnte noch einiges lernen.

Vorträge

Es wurden so viele wundervolle Vorträge angeboten und wie immer, wenn es verschiedene Räume oder Bühnen gibt, haben sich gute Vorträge überschnitten und man musste sich entscheiden oder hin und her springen. Ein Vorteil des digitalen Litcamp ist auf jeden Fall, dass man sehr schnell und lautlos den Raum wechseln kann. Das ermöglicht es auch parallel laufende Vorträge zu hören.

Auch ich habe einige Vorträge angehört. Vor allem diejenigen, die sich mit Intersektionalität, Urban Fantasy und dem Schreiben von nicht-weißen Charakteren oder Mental Health und Stigma beschäftigt haben, waren eine große Bereicherung für mich. Ich bin den Vortragenden so unendlich dankbar, dass sie sich die Zeit genommen haben, um diese Beiträge vorzubereiten und so viel Wissen und weiterführende Quellen anzubieten. Solche Menschen sind das, was der deutsche Buchmarkt braucht. Ich bin noch immer total geflasht.

Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis ich das gehörte komplett verarbeitet habe. Das Litcamp und die Beiträge die ich mir angesehen habe, haben mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht.

Eigene Vorträge

Ich habe mich sogar dazu bringen können zwei eigene Vorträge zu halten. Der erste drehte sich um Gatekeeping in der Buchbranche. Skalabyrinth und ich haben verschiedene Hürden und Mechanismen des Gatekeeping vorgestellt. Dazu werde ich auch noch gesondert einen Beitrag verfassen, da ich einige Stimmen vernommen habe, die den Vortrag leider verpasst haben, weil auch andere spannende Vorträge zeitgleich angeboten wurden.

Mein zweiter Vortrag war ein Ask me Anything bezogen auf Afro-Haare. Die Grundlage für diese Session war ein Blogbeitrag den ich für Victoria Linnea verfasst habe. Dabei wurden einige interessante Dinge gefragt. Die Fragen habe ich mir auch abgespeichert und werde dazu vielleicht auch einen weiteren Blogbeitrag verfassen, sofern gewünscht.

Fazit

Ich habe viel gelernt und noch viel mehr gesehen. Es war schön auch andere Menschen aus der Buchbubble kennenzulernen. Den meisten folge ich sowieso schon auf Twitter oder verliere mich in ihren Blogbeiträgen. Ich bin auch über neue Buchmenschen gestolpert, die ich unglaublich toll finde. Danke dafür.

Mir ist allerdings auch aufgefallen, dass das Litcamp mehrheitlich weiß war. Dabei sind mir auch Vorträge aufgefallen, die in meinen Augen eher fragwürdige Titel hatten. Dinge über die sich eigentlich nur weiße und nicht mehrfach marginalisierte Menschen Gedanken machen können, weil sie von den Folgen einfach nicht betroffen sind. Ich habe mir diese Vorträge auch gar nicht erst angehört, weil ich so viel Positives wie nur möglich aus diesem Litcamp mitnehmen wollte, ohne mich mit negativen Dingen und Ärger auseinandersetzen zu müssen.

Was mir auch aufgefallen ist, ist dass viele der Teilnehmenden ihre Pronomen sofort angegeben haben, als das Thema angesprochen wurde. Ich fand die Bereitschaft dazu und dass das kommentarlos gemacht wurde einfach schön und empowernd. Leider ist mir aufgefallen, dass trotzdem etwas Misgendern vorgefallen ist. 

Darüber hinaus waren auch viele der Vorträge binär aufgebaut. Dieses Weglassen oder Vergessen unserer nicht-binären Freund*innen sollte in einem so offenen Raum eigentlich nicht passieren. Es wurde vom Orga-Team noch ein Tweet dazu gemacht.

Ich fand gut, dass auch noch einmal darauf aufmerksam gemacht wurde, dass man in den Vorträgen nicht nur auf Basis von binären Zuschreibungen und Identitäten erklären soll. Ich kann natürlich nicht für die queere Community sprechen, aber ich hoffe, dass sie sich dadurch gesehen und ernstgenommen gefühlt haben. Und zumindest die Vorträge die ich gehört habe, waren vollständig gegendert. Props an die Haltenden.