Phantastik, Rezension

Knochenblumen welken nicht

Links das Cover von Knochenblumen welken nicht auf einem blauen hintergrund. Rechts die Schrift: Rezension, Knochenblumen welken nicht, Eleanor Bardilac

Nachdem ich das Buch Knochenblumen welken nicht immer wieder einmal auf meiner Timeline gesehen habe und es schließlich in einer Lesegruppe mit anderen gelesen habe. Daher wollte ich jetzt etwas dazu sagen. Mir sind ein oder zwei Dinge aufgefallen, die für mich nicht ganz so klar waren. Darüber hinaus war auch etwas Stigma enthalten. Allerdings gab es auch inklusivere Repräsention.

Worum geht´s?

Knochenblumen welken nicht ist sehr Worldbuilding lastig. Man erfährt viel über die Welt, verschiedene Städte, politische Ansichten, Magie und Ausrichtungen der Magie etc. Dabei kommt die Story etwas schleppend voran. Wir begleiten eine junge Frau, die zuvor von ihren Eltern versteckt wurde, weil sie magische Kräfte hat, auf ihrem Weg zur Unabhängigkeit. Sie beginnt sich mit Menschen zu umgeben, die sind wie sie selbst und verschiedene mehr oder weniger extreme Sichtweisen vertreten.

Wie war´s?

Zu aller erst: Ich fand es ganz cool, dass es verschiedene Lebensrealitäten gab, die ohne Vorurteile miteinander und nebeneinander existieren konnten. Zumindest solange sie nicht magisch waren. Und da kommt man schon zu meinem Problem mit dem Buch.

Darstellung

Das Buch ist eine Darstellung von marginalisiertem Leben. Dabei kommen Situationen vor, die man als marginalisierte Person im echten Leben so ähnlich erleben kann. Prinzipiell nicht schlimm. Für mich einfach nur nervig, weil ich gerne zumindest in meiner Freizeit in eine Welt fliehen möchte, in der ich nicht von Ismen und Feindlichkeiten verfolgt werde. Aber dafür kann weder das Buch noch die Autorin was. Was mich aber dann doch wirklich gestört hat war das durchgehende Narrativ, dass man einfach nur ruhig genug, brav genug, lieb genug sein muss, damit man die eigenen Menschenrechte erhalten kann.

Dieses Narrativ verfolgt mich durch das echte Leben und in Büchern. Als Beispiel kann man die BLM Demos ansehen, wo kritisiert wurde, dass die Menschen sauer waren und vllt auch Dinge kaputt gegangen sind. Wenn sie doch einfach nur nett und lieb fragen würden ob das System, das erschaffen wurde, um sie klein zu halten und im schlimmsten Fall sogar zu töten abgeschafft werden könnte, dann könnten sie ja ihre Freiheit erreichen. Siehe auch Black Panther. Derjenige mit den extremeren Ansichten MUSS letztlich sterben. Das nervt mich. Denn marginalisierte Gruppen haben jedes Recht wütend zu sein und mit Nachdruck ihre Rechte zu verlangen. Das ständige Narrativ, dass dem nicht so ist sorgt einfach dafür, dass Menschen die lautstark für ihre Rechte einstehen weiter stigmatisiert und als Gegner gezeichnet werden.

Bösewichtin

Was mir auch aufgefallen ist, ist dass die Bösewichtin etwas psychisch stigmatisiert dargestellt wird. Sie repräsentiert zu aller erst einmal eine kleine Gruppe in der Gesellschaft. Zusätzlich dazu ist sie total angemacht von Blut und Grausamkeit und davon anderen Schmerz zuzufügen, sofern es ihrer Agenda oder ihrem Spaß dient. Das war in meinen Augen wieder einmal eine hochstigmatisierende Darstellung von psychischen Krankheiten. Manche werden dieser Figur bestimmt eine Persönlichkeitsstörung oder ähnliches nachsagen, um ihre Boshaftigkeit zu „rechtfertigen“.

Fazit

Alles in allem fand ich die Art, wie die Welt vorgestellt wird und den Aufbau der Welt allgemein ziemlich schön. Es entstanden sofort Bilder im Kopf. Problem dabei war, dass durch das viele Worldbuilding die Entwicklung der Figuren in meinen Augen etwas zu kurz kam. Zusätzlich natürlich auch die oben beschriebenen Darstellungen beachten.

Ich möchte abschließend noch einmal festhalten, dass meine Kritik kein Angriff auf das Buch selbst oder die Autorin darstellen soll. Ich habe meine Beobachtungen und Gefühle beim Lesen festgehalten und hoffe, dass andere Menschen die ähnliche Problematiken wie ich nervig oder traumatisierend finden etwas aus der Rezension mitnehmen können.

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